Diorama Monte Cassino

Das Diorama zeigt das Schlachfeld vom Raum Monte Cassino, von der Bernhardlinie, der Gustavlinie bis zum Sengerriegel. Die Ausdehnung beträgt in Nord. – Südrichtung ca. 35 km, in West.- Ostrichtung ca. 25 km.

Ein Objekt von militärhistorischer Bedeutung ist im mittelhessischen Homberg-Erbenhausen zu besichtigen. Im Obergeschoß seines privaten Bauernhofmuseums hat Ernst Krug, seit Sept.2009 Vorsitzender der Deutschen Monte-Cassino-Vereinigung, einen besonderen Raum eingerichtet. Vor 50 Jahren war sie von Oberst Rudolf Böhmler gegründet worden und hat noch immer ca. 400 Mitglieder. Ein Diorama macht auf einer Fläche von ca. 18 qm die Kampf- handlungen in Mittelitalien vom 12.01.- 25.05.1944 sichtbar.

Im Maßstab 1:10 000 sind mit den Materialien des traditionellen Modellbaus Soldaten, Panzer, LKW’s und Geschütze detailgetreu nachgebildet. Flussläufe, Bahngleise und Verteidigungslinien ziehen durch das unwegsame Berggelände. Friedhöfe der beteiligten Nationen sind markiert. 1000 Einzelobjekte mit 200 Miniaturen im Maßstab 1:1800 und 260 Fahrzeugen, davon 130 der Wehrmacht, 130 der Alliierten veranschaulichen das Kampfgeschehen im Winter 1944. Das Gefechtsfeld entspricht von N nach S einer räumlichen Tiefe von 35km, von W nach O von 25km. Separat und besonders eingehend sind die Vorgänge um Anzio dargestellt. Hier landeten die Engländer, in Nettuno die Amerikaner.

Für den Nachbau des Kriegsschauplatzes der Region Monte Cassino haben Ernst Krug und ein Modellbauer zahlreiche Zeitzeugen vor Ort interviewt, Fachliteratur sowie Karten und Pläne studiert und das Gelände begangen. Über 2 Monate hinweg wurden fast 350 Arbeitsstunden investiert. Sie stellte hohe Anforderungen an den professionellen Modellbauer. Für die Planung zeichnet Ernst Krug verantwortlich. In dem hellen, holzgetäfelten Raum sind noch weitere Exponate zu sehen. Stahlhelme der beteiligten Nationen, zerfetzte Flugzeugteile sowie Bomben-und Granatsplitter vermitteln Geschichte hautnah.

Auf dem Monte Cassino, 120km südlich von Rom, tobte eine der blutigsten Schlachten des 2. Weltkrieges. Soldaten aus 20 Nationen nahmen daran teil. Die Tragödie nahm im Winter 1944 ihren Anfang. Sie sollte der Zivilbevölkerung Tod und Zerstörung bringen . Den Besuchern zeigt Ernst Krug zur Einstimmung einen 50minütigen englischen Dokumentarfilm mit Wochenschauaufnahmen im Originalton mit deutschen Untertiteln und Interviews von Zeitzeugen in deutscher Übersetzung. Es ist zu sehen, wie die Alliierten im Sept.1944 auf der alten römischen Straße (Via Cassalina) südostwärts auf der „Pforte zur Ewigen Stadt“ vorstießen. General Kesselring hatte seinen Soldaten die Anweisung erteilt, das Kloster und den Umkreis von 300m nicht zu betreten, doch die Alliierten vertrauten ihm nicht.
Schließlich setzte sich der neuseeländische General Freyberg mit der verhängnisvollen Forderung durch, das Kloster zu bombardieren . Am 15.02.44 warfen 229 Flugzeuge in 5 Stunden 600 Tonnen Bomben ab. Für das Kloster und die Region Cassino war es eine Apokalypse von wahrhaft biblischen Ausmaßen. Unter Feuer und Rauch wurde das Kloster dem Erdboden gleichgemacht. Ca. 300 schutzsuchende Zivilisten kamen um’s Leben, hingegen wurde kein einziger deutscher Soldat verletzt oder getötet. Die kostbaren Kunstschätze hatte Oberstleutnant Julius Schlegel noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Die eindrucksvolle Abtei hoch über der Ebene war im 6. Jahrhundert vom hl. Benedict gegründet worden und hatte sich zu einem spirituellen Zentrum des christlichen Abendlandes entwickelt. Nach Kriegsende konnte das Kloster mit Spendengeldern aus aller Welt wieder aufgebaut werden. Soldatenfriedhöfe wurden angelegt und werden von Jugendlichen der am Kampf beteiligten Nationen gepflegt.

Das „Verdun des 2. Weltkrieges“ kostete ca. 100 000 Menschen das Leben. „Nach dem Krieg waren die Fallschirmjäger die ersten, die sich um Aussöhnung und Völkerverständigung bemühten“, betont Ernst Krug und schlägt damit die Brücke zu seinem persönlichen Anliegen: „Es geht uns um exakte, militärhistorische Dokumentation. Jeder soll erfahren, was hier abgelaufen ist, wie sinnlos die Zerstörung des Klosters war, für die es keinerlei Rechtfertigung gab. Es geht uns aber auch um die Mahnung an künftige Generationen, um das Wachhalten der Erinnerung, um das Gedenken an die Toten und um die Aussöhnung auf europäischer Ebene“ kommentierte Ernst Krug das Werk. Wer die lange Reise nach Italien scheut, kann seine Erlebnisse anhand des Dioramas nachvollziehen. Darüber hinaus bietet Ernst Krug allen Freunden und Förderern im Mai eine Reise nach Monte Cassino an. Die Eröffnung der MC-Raumes fand am 23. 10.2010 mit geladenen Gästen statt.

Kontakt/Anmeldung
Deutsche Monte Cassino Vereinigung
Vorsitzender Ernst Krug
Ehringshäuser Str.4
35315 Homberg-Erbenhausen
Tel./Fax: 06635-7516
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Spendenkonto MC: KtoNr.: 2365812. BLZ: 51691500
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