Monte Cassino 2012

Die deutsche Monte Cassino Vereinigung in Italien

Am 18.05.1944 endeten die Kampfhandlungen um Monte Cassino, die als Vielvölkerschlacht in die Geschichte eingegangen sind. Aus diesem Anlass machten sich 26 Teilnehmer auf Einladung der DMCV unter Leitung ihres Vorsitzenden Ernst Krug auf den Weg nach Italien.
Mit dabei waren 4 Veteranen, die als letzte Zeitzeugen vor Ort berichteten, was damals geschehen war. Nach einer Zwischenübernachtung in Südtirol erreichte die Gruppe die Stadt Cassino und ihr Hotel „Rocca“.

Am nächsten Tag stand ein Rundgang durch das geschichtliche Ausstellungszentrum „Piana delle Orme“ auf dem Programm. In 16 ehemaligen Militärbaracken werden über 3000 militärische Objekte gezeigt: Flugzeuge, Transportfahrzeug für Nachschub, Instandsetzung und Versorgung, Ersatzteile und Geräte sowie eine komplette Radaranlage. Wirkungsvoll in Szene gesetzt das Leben der Bauern und Handwerker in der Provinz Latina und die Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe. Anschließend wurde der Amerikanische Friedhof in Nettuno besucht, eine prachtvolle Anlage in weißem Marmor inmitten von Gräbern so weit das Auge reicht.

Am nächsten Tag ging es hinauf zum M. Cifalco. In dem unwegsamen und steilen Gelände hatten die Deutschen in Höhlen und Bunkern Gefechtsstände eingerichtet. Ernst Krug erläuterte den Ablauf der Kampfhandlungen und machte deutlich, wie schwer es für die Angreifer war, die versteckten Stützpunkte zu orten. Haupttransportmittel waren Esel. Als die Alliierten bereits in San Elia einzogen, konnten die Hoch-und Deutschmeister (44. Österr. Division) die nahenden Gegner vorübergehend aufhalten. Am 26./27.01. 44 wehte dann die französische Flagge auf dem 486m hohen Gipfel.
Anschließend luden die Bersagleri zum Essen ein. Mario Valente, Hausherr in San Angelo begrüßte die Gäste. An der langen reich gedeckten Tafel gab es landestypische Gerichte.

Am nächsten Tag wurde Pompeji besucht. Die einst reichte Stadt am Mittelmeer wurde durch einen Vulkanausbruch im J.78 n.Chr. zerstört und eingeäschert.

Am Freitag gab es in Terelle ein Wiedersehen mit Militärpfarrer Oberst Don Angelo, der schon 2010 und 2011 Gast in Erbenhausen war. Er dankte den Deutschen für ihren Besuch. Gern erinnere er sich an die Tage in Erbenhausen, hoffe auf einen weiteren Besuch und beobachte mit Freude das Zusammenwachsen Europas. Ernst Krug überreichte ihm eine Urkunde. Grußworte sprach auch der stellvertretende Bürgermeister Fernando Cuozzo.
Anschließend ging es hinauf zum Colle Abate. Ernst Krug skizzierte die einzelnen Kampfhandlungen. Bei den für beide Seiten verlustreichen Kämpfen sind ganze Batallione vernichtet worden. Auf dem Gipfel in ca 800m Höhe las Don Angelo eine Messe zu Ehren der Gefallenen. Gemeinsam gedachte man der Opfer der Österreichischen 5.Gebirgsdivision, der 44.Infanteriedivision (Hoch und Deutschmeister) und der 71. Infanteriedivision. Weit hinaus in’s Land erscholl die Melodie „Ich hatt‘ einen Kameraden“. Carlo Pirolli blies es auf der Trompete. Am Abend war Gelegenheit, das Fußballspiel der Champions League im Fernsehen zu verfolgen.

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Feierlichkeiten auf dem Deutschen Friedhof in Caira. Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Abordnungen und Zivilpersonen hatten sich unter dem Hochkreuz versammelt, um der über 20000 Gefallenen zu gedenken. In seiner Begrüßung brachte Ernst Krug Respekt und Anerkennung für die Veteranen zum Ausdruck, die die weite Reise nicht gescheut hätten. Besonders begrüßt wurden Dr. Keller, stellvertretender Präsident des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge, Frau Herta Margarete Habsburg-Lothringen, (Flamme, Österreich), OTL Jan Krahmann (Neapel), der Bürgermeister von Cassino, Soldaten der 36. Infanteriedivision (Texas) sowie Vertreter der Hoch und Deutschmeister. Dr. Keller sagte in seiner Begrüßung, wir alle hätten aus dem Schrecken gelernt, jetzt gebe es in Europa einen Prozess des Friedens, auch nach 3 Generationen solle man trauern und sich um Erinnerung bemühen. „Wenn keiner mehr hingeht, sterben die Toten ein zweites Mal“. Nur so können wir den Gefallenen ihre Würde zurückgeben, mahnte Dr.Keller. Für die Hoch und Deutschmeister sprach Prof. Dr .Dr. Winter. Er fasste die Geschichte des Klosters bis zu seiner Zerstörung kurz zusammen und betonte, dass Erinnern und Ehren eine fortdauernde Verpflichtung sei. Wie er mit den Schrecknissen des Krieges und seinen Folgen fertig wurde und wieder in ein geregeltes Leben mit Beruf und Familie zurückfand, wird noch lange im Gedächtnis der Zuhörer bleiben. Prof. Winter lebt heute als geachteter Veterinärpathologe in Australien. Gruß- und Gedenkworte sprach Bernd Henkel vom Bundeswehrsozialwerk. Er umriss die Ziele seiner Organisation. friedensstiftende Maßnahmen umzusetzen und weiter zu tragen. Für die DMCV sprach deren Vorsitzender Ernst Krug. Er stellte Generalfeldmarschall Albert Kesselring in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. Der bis ins kleinste Detail geplante Rückzug hat Soldaten vor Gefangenschaft und Tod und die Stadt Rom vor einer Hungersnot bewahrt. Mit diesem fairen Verhalten erhielt der Krieg in Monte Cassino trotz seiner Brutalität ein menschliches Gesicht. Ernst Krug würdigte die Arbeit des kürzlich verstorbenen Lokalhistorikers Giuseppe de Chico. Dieser pflegte sein Leben lang in San Appollinare Bunker und Nachlass von Kesselring. Der Pfarrer von Cassino richtete Gedenkworte an die Versammlung und betete das„Vater unser“ mit den Italienern. Für den verhinderten evangelischen Pfarrer sprach Ernst Krug ein eigenes Gebet und das gemeinsame „Vater unser“. Frau Herta Magarete Habsburg-Lothringen , Gründerin der „Flamme, Verein zur Förderung des Friedens“ war nach Caira gekommen, um hier das Mahnmal „Friedensflamme“ zu enthüllen. Stein stehe für Beständigkeit, Zuverlässigkeit, Ewigkeit- Holz für Leben und Veränderung. Beide zusammen strahlten jene Kraft aus, die uns zu Frieden ermutige. „Wo Freiheit ist, ist auch Frieden“. Kränze wurden niedergelegt. Flankiert von Soldaten des Österreichischen Bundesheeres enthüllte Frau Habsburg-Lothringen vor der Gedenkhalle das Mahnmal mit der stilisierten Flamme aus Holz. Mit einem Empfang im Raum des Volksbundes ging die Feierlichkeit zu Ende. – In San Angelo hatten sich am frühen Abend zahlreiche militärischen Abordnungen und zivile Gäste an der amerikanischen Gedenkstätte unter der großen Friedensglocke eingefunden. Die Redner erinnerten an die Gefallenen, die in diesem sinnlosen Krieg ihr Leben verloren, an die Brutalität der Kämpfe und die Toten, deren Blut das Wasser des Liri rot gefärbt hatte. Bestürzend eindringlich war die Rede von DMCV- Vorsitzenden Ernst Krug, eine Rede, die unter die Haut ging. Für das, was sich hier abgespielt hat, gebe es keine Worte, nur Schweigen, Erschütterung und Trauer. Die Todesangst der Soldaten und auch der Väter, Mütter und Kinder sei immer noch spürbar. Das sei Verpflichtung zu Verantwortung und Frieden in Staat, Gesellschaft und Familie. Krugs Worte fanden internationale Beachtung. General James Brown von der 6. Infanteriedivision sprach Gedenkworte. Cassinos Bürgermeister Giuseppe Golini Petrarcone dankte allen Teilnehmern für ihr Dabeisein und ihr Engagement.

Am nächsten Tag ging es zurück in die Heimat. Am Abend der Zwischenübernachtung gab es viele Worte des Dankes und der Anerkennung. Immer wieder wurde das internationale Niveau der Gäste und die große Anzahl italienischer Teilnehmer hervorgehoben, ebenso die Herzlichkeit und Gastfreundschaft bei den offiziellen und privaten Einladungen in San Elia, Terelle und der Stadt Cassino. Die guten Wünsche des Vorsitzenden begleiteten die Teilnehmer auf ihrer Heimfahrt und ließen an M. Cassino 2013 denken.